Das Geheimnis der Gesundheit - von Are Waerland - Gesundheits Blog - Waerland-Bund

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Das Geheimnis der Gesundheit - von Are Waerland

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Herausgegeben von in Aus dem Achiv - Altes neu entdeckt ·
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Are Waerland - Wie ich hinter das Geheimnis der Gesundheit kam

Blume im Sonnenlicht
Mangelnde Gesundheit! Ich fragte mich immer wieder: Was ist denn Gesundheit! Wenn ich diese Frage lösen könnte, würde ich auch imstande sein, das Rätsel meiner Krankheit zu lösen. Denn es war mir schon in meiner Jugend, als ich so unbeschreiblich schwächlich war und eine Krankheit nach der anderen mich ständig ans Bett fesselte, klar geworden, daß wir — wenn uns bekannt wäre, was Gesundheit ist — die Krankheiten überwinden könnten, wie die Dunkelheit schwindet, wenn ein Licht angezündet wird.

Je mehr ich über Krankheit und Gesundheit nachdachte, desto mehr kam ich zur Überzeugung, daß Krankheit etwas Negatives sein müsse, hervorgerufen durch mangelnde Gesundheit. Von diesem Gesichtspunkte aus beschloß ich nun, die Frage: „Was ist Gesundheit?“ zu studieren.


Zuerst bat ich meine Studienfreunde an der Universität, mir zu erklären, was Gesundheit sei. Zu meinem großen Erstaunen merkte ich, daß mir keiner eine befriedigende Antwort geben konnte. Die meisten kamen mit Erklärungen, die keine Antworten auf meine Fragen darstellten. „Lieber Freund“, sagten die meisten, „entweder ist ein Mensch krank oder er ist gesund.“ „Ja“, antwortete ich, „das weiß jedes Kind.“

Schließlich suchte ich einen Professor für innere Medizin auf, den ich gut kannte, und bat auch ihn, mich über diese Frage aufzuklären. Ich erzählte ihm, warum ich gekommen war, und bat ihn, mir eine klare, logische Definition des Begriffes „Gesundheit“ zu geben. Meine Frage überraschte auch ihn, er ging nachdenklich in seinem Studierzimmer auf und ab. Dann schlug er in mehreren Wörterbüchern und medizinischen Fachschriften nach, aber er konnte auch dort keinen Aufschluß bekommen. „Lieber Freund“, sagte er schließlich, „es tut mir sehr leid, auf deine Frage kann ich dir keine Antwort geben. Gesundheit ist nicht mein Gebiet. Wir Mediziner befassen uns mit Krankheiten. So lange die Menschen gesund sind, haben wir sozusagen mit ihnen nichts zu tun.“

Jetzt wußte ich, daß ich dieses Problem allein lösen müsse, und entschloß mich auch, es zu tun. Mit einem Notizblock in der Tasche ging ich in die Universitätsbibliothek und bat den Bibliothekar, mir die besten Wörterbücher zu geben. Bald lag ein großer Berg solcher Bücher vor mir, und ich machte mich daran, das Wort „Gesundheit" zu suchen.

In keinem einzigen dieser Bücher war damals dieses Wort zu finden, es existierte einfach nicht . . .
Ich fragte mich, ist es denn möglich, daß sich bisher niemand diese wichtige Frage gestellt hat? Was ist Gesundheit? Das ist doch eine Frage, von deren Beantwortung das Schicksal der ganzen Menschheit abhängt! Die Welt erschien mir plötzlich leer und ohne Sinn. Da stand ich nun allein auf der Straße, und vor mir stand die große Frage: „Was ist Gesundheit?"

Irgendwie mußte ich eine Antwort finden. Aber wo sollte ich sie suchen? Die Menschen um mich herum schienen sich in einem so dicken Nebel zu befinden, daß die Sonnenstrahlen ihn nicht zu durchdringen vermochten. Die Sonnenstrahlen! Die Sonne, die ich hinter dem Nebelschleier suchte, hieß Gesundheit. Ich mußte sie finden!

Es war mir bald klar geworden, daß ich das Problem von der praktischen Seite anpacken und jemand finden mußte, der auf diesem Gebiete Bescheid wußte. Unter den Medizinern würde ich wohl niemand finden, denn sie interessierten sich ja nur für Krankheiten. Wohin sollte ich mich wenden, um Menschen zu finden, die sich für das Problem der Gesundheit interessierten? Ein Freund meines Vaters, der viel in der Welt herumgekommen war, gab mir den Rat, nach England zu gehen (dies war Ende des vorigen Jahrhunderts). Er sagte, daß England das Land sei, wo Bücher über diese Fragen geschrieben würden. Dort, meinte er, würde ich Menschen treffen, die sich für diese Probleme interessierten.

So kam ich nach England, und es dauerte nicht lange, da erkannte ich, daß ich hier tatsächlich ein Volk gefunden hatte, das seit Jahrhunderten mit diesem Problem gerungen und es auch bis zu einem gewissen Grade gelöst hatte. Nun fing ich an, bei offenem Fenster zu schlafen, Sport zu treiben, und arbeitete mir ein System aus, das meinen Körper kräftigen sollte. Meine bisherige Lebensführung änderte ich vollkommen, von Grund auf, und so wurde allmählich aus mir krankem Schwächling — ein Sportsmann, ja geradezu ein Athlet.

Jetzt wußte ich, daß ich auf dem richtigen Wege war, aber noch war noch nicht am Ziel, denn meine Kopfschmerzen hielten an und ebenso meine Erkältungskrankheiten. Auch meine Verdauung ließ sehr zu wünschen übrig.

Da griff eines Tages der Zufall ein: In einem Schaufenster sah ich ein Buch, ein kleines Buch mit blauem Einband. Ich sah mir das Buch an, das in goldenen Buchstaben die Aufschrift trug: „Diät und Nahrung mit Bezug auf Gesundheit, Kraft und Ausdauer“ von Dr. Alexander Flaig. Ich las das Vorwort und fand zu meinem Erstaunen, daß der Verfasser an den selben Beschwerden gelitten hatte wie ich, und daß er, nach dem er vergeblich versucht und ausprobiert hat, was sein Beruf und seine Kollegen ihm bieten konnten, auf den Gedanken gekommen war, nicht vielleicht die Ernährung eine wichtige Rolle für seine Gesundheit spielen könne, vielleicht eine größere und wichtigere, als er bisher geglaubt habe? Nachdem er nun versucht hatte, seine Ernährung auf verschiedene Art zusammenzustellen, fand er daß bei Ausschluß von Fleisch, Fisch, Eiern, Gift usw. seine periodischen Kopfschmerzen abnahm und schließlich ganz verschwanden. „Dadurch, daß ich meine Lebensweise änderte“, schrieb Dr. Alexa der Haig, „wurde ich Herr meiner Beschwerde und zwar so weit, daß ich bestimmen konnte, und wann ich Kopfschmerzen haben wollte und wie lange sie dauern würden...“ Er schloß sein Buch mit den Worten: „Wissen ist Macht, und wenn keine Macht ist, so ist es auch kein Wissen!“

Nun wandte ich Haigs Verfahren auch in meinem Leben an, das heißt: ich hielt mich nun konsequent an eine lakto-vegetabilische Kost. In kurzer Zeit merkte ich, daß nicht nur meine Kopfschmerz' sondern alle meine körperlichen Beschwerden vollständig verschwanden. Ich begriff selbstverständlich daß es die Natur war, die infolge meiner natürlichen und artgemäßen Lebensführung dies zuwege gebracht hatte! Seitdem ist nur sie — die Natur meine Führerin und die einzige Autorität, die ich anerkenne! Und seitdem sind mehr als 50 Jahre vergangen.  



Niemals bin ich seitdem wieder krank gewesen, niemals habe ich das Bett krankheitshalber gehütet, nicht einmal einen Schnupfen habe ich seitdem gehabt.

Ich hatte nun erfahren und erlebt, daß in meinem Suchen nach Gesundheit so weit kommen war, daß ich mich von allen meinen Beschwerden restlos befreit hatte. Diese Tatsache konnte von niemandem bestritten werden! Das Merkwürdige war dabei, daß nicht nur etwa eine Krankheit beseitigt worden war, sondern alle, mich von Kindheit an gequält hatten. Ich kam da zur Schlußfolgerung, daß Krankheiten gruppenweise auftreten und auch gruppenweise verschwinden.

Indem ich mich auf so einfache und natürliche Weise heilte, erkannte ich, daß wir es (dies Wort ist der Grundsatz aller Waerlandisten!) im Grunde genommen gar nicht mit Krankheiten zu tun haben sondern mit den Fehlern einer falschen Lebensführung. Gerade hier hatte man eine Begriffsverwirrung angerichtet.

Man hatte Krankheiten als selbständige Einheiten betrachtet. Wenn aber Krankheiten gruppenweise auftreten und auch gruppenweise verschwinden, so sind sie sicher keine selbständigen Einheiten, sondern nur Symtome konstitutioneller Störungen. Wenn sie aber verschwinden, sobald wir unsere Lebensführung ändern, dann sind sie sicherlich nichts anderes das Ergebnis einer falschen Lebensweise. Wie können wir uns da überhaupt der Schlußfolgerung entziehen, die sich jedem unvoreingenommen Menschen aufdrängt, nämlich, daß wir es nicht Krankheiten zu tun haben, sondern mit Fehlen unserer Lebensführung?




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